Dieser Artikel beschreibt die Aktivierung und Konfiguration des statischen reev EMS (Energiemanagementsystem). Das statische reev EMS verteilt die verfügbare elektrische Leistung am Standort zuverlässig auf die angeschlossenen Ladestationen – ohne zusätzliche Messhardware.
Voraussetzungen
Folgende Voraussetzungen müssen erfüllt sein, bevor das statische reev EMS aktiviert werden kann:
Standort ist in der reev Platform angelegt
Ladestationen sind dem Standort zugeordnet und online
Maximale Leistung der Hauptverteilung ist bekannt (in kW oder A)
Phasenrotation der Ladepunkte ist dokumentiert
Hinweis: Das in diesem Artikel beschriebene Vorgehen gilt ausschließlich für das statische Lastmanagement. Die Aktivierung erfolgt ohne zusätzliche Messhardware und basiert auf fest definierten Leistungsgrenzen. Für dynamisches Lastmanagement sind zusätzliche Hardware-Komponenten sowie eine erweiterte Inbetriebnahme erforderlich. Den Installationsleitfaden für das dynamische Lastmanagement findest du hier.
Statisches vs. dynamisches Lastmanagement
| Statisches Lastmanagement | Dynamisches Lastmanagement |
Leistungsgrenze | Fest definiert | Dynamisch anhand von Messwerten |
Messhardware | Nicht erforderlich | Energiezähler + IoT-Gateway erforderlich |
Aktivierung | Direkt über die reev Platform | Konfiguration durch reev Support |
PV-Überschussladen | Nicht verfügbar | Verfügbar |
Schritt-für-Schritt-Anleitung: Statisches reev EMS aktivieren
Die Aktivierung des statischen reev EMS erfolgt über die reev Platform im Rahmen der Standorteinrichtung. Folgende Schritte sind dafür notwendig:
Schritt 1: Maximales Leistungsbudget des Standorts festlegen
Definiere die maximal verfügbare Leistung für die Ladeinfrastruktur am Standort.
Navigiere in der reev Platform zu Energiemanagement -> Konfiguration.
Lege das maximale Leistungsbudget des Standorts fest.
Gib den Wert in Kilowatt (kW) oder Ampere (A) an.
Der Wert basiert auf der tatsächlich verfügbaren Leistung der Hauptverteilung und bildet die Obergrenze für alle angeschlossenen Ladepunkte.
Hinweis: Eine korrekte Angabe der maximalen Leistung ist Voraussetzung für den sicheren und normgerechten Betrieb der Ladeinfrastruktur. Falsche Werte können zu einer Überlastung der elektrischen Infrastruktur führen.
Schritt 2: Ladepunkt- und Ladegruppen-Einstellungen prüfen
Prüfe und konfiguriere die angeschlossenen Ladepunkte.
Lege das maximale kW-Limit je Ladepunkt fest.
Prüfe die Phasenrotation und passe sie bei Bedarf an.
Ordne Ladepunkte Ladegruppen zu (falls vorhanden).
Hinweis: Die initialen kW-Limits basieren auf den Standardwerten des jeweiligen Ladepunkt-Modells und können bei Bedarf angepasst werden.
Schritt 3: Erweiterte Einstellungen konfigurieren (optional)
Optional können weitere Details der elektrischen Struktur hinterlegt werden, um die Infrastruktur realitätsnah abzubilden.
Folgende erweiterte Einstellungen sind möglich:
Zusätzliche Haupt- oder Unterverteilungen anlegen
Spezifische Zuordnung einzelner Ladestationen zu Verteilungen
Aktivierung der Schieflast-Vermeidung zur Reduzierung von Phasen-Ungleichgewichten
Die Schieflast-Vermeidung überwacht die Differenz zwischen den Phasen und begrenzt die Ladeleistung bei Überschreitung der folgenden Schwellenwerte:
Deutschland: Bis zu 20 A Differenz erlaubt (Standard)
Österreich und Schweiz: Bis zu 16 A Differenz erlaubt
Tipp: Nutze die erweiterten Einstellungen, um komplexe Standortstrukturen mit mehreren Verteilungen exakt abzubilden. So wird die Leistungsverteilung optimal gesteuert.
Schritt 4: Konfiguration speichern
Prüfe alle eingegebenen Werte.
Speichere die Konfiguration.
Nach dem Speichern ist das statische reev EMS sofort aktiv und steuert die Leistungsfreigabe für alle angebundenen Ladestationen. Eine separate Inbetriebnahme ist nicht erforderlich.
Nachträgliche Anpassungen
Alle EMS-relevanten Parameter können jederzeit in der reev Platform unter Energiemanagement -> Konfiguration angepasst werden.
Folgende Parameter sind nachträglich anpassbar:
Maximales kW-Limit des Standorts
Ladegruppen und Ladepunkt-Limits
Phasenrotation
Schieflast-Vermeidung
Änderungen werden unmittelbar wirksam.
Alternative Aktivierungswege
Das statische reev EMS kann auch auf folgenden Wegen aktiviert werden:
Selbstaktivierung durch den Betreiber: Betreiber (CPOs) können das statische reev EMS eigenständig über die reev Platform aktivieren. Weitere Informationen findest du im Artikel reev EMS | Energiemanagement aktivieren.
Aktivierung über den reev Companion: Bei der Inbetriebnahme von Ladestationen über den reev Companion kann das statische reev EMS direkt am Ende des Inbetriebnahmeprozesses aktiviert und konfiguriert werden.
Fehlerbehebung
Problem | Mögliche Ursache | Lösung |
EMS verteilt keine Leistung | Konfiguration nicht gespeichert | Prüfe, ob die Konfiguration vollständig gespeichert wurde. |
Ladepunkte laden über dem definierten Limit | Falsches kW-Limit pro Ladepunkt hinterlegt | Prüfe die kW-Limits unter Energiemanagement -> Konfiguration. |
Schieflast-Warnung trotz Aktivierung der Schieflast-Vermeidung | Phasenrotation nicht korrekt konfiguriert | Prüfe und korrigiere die Phasenrotation der betroffenen Ladepunkte. |
Hinweis: Bei weiteren Problemen kontaktiere den reev Support.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen statischem und dynamischem Lastmanagement?
Beim statischen Lastmanagement wird eine feste Leistungsgrenze definiert, innerhalb derer das reev EMS die verfügbare Leistung auf die Ladepunkte verteilt. Beim dynamischen Lastmanagement passt sich die Leistungsgrenze automatisch anhand aktueller Messwerte eines Energiezählers an.
Benötige ich zusätzliche Hardware für das statische reev EMS?
Nein. Das statische reev EMS erfordert keine zusätzliche Messhardware. Die Konfiguration erfolgt vollständig über die reev Platform.
Kann ich später vom statischen auf das dynamische Lastmanagement wechseln?
Ja. Ein Wechsel ist jederzeit möglich. Für das dynamische Lastmanagement sind jedoch ein Energiezähler und ein IoT-Gateway erforderlich. Den Installationsleitfaden findest du hier.
Wie schnell werden Änderungen an der Konfiguration wirksam?
Änderungen werden unmittelbar nach dem Speichern wirksam.
Was passiert, wenn ich ein falsches Leistungsbudget hinterlege?
Ein zu hoch angesetztes Leistungsbudget kann zu einer Überlastung der elektrischen Infrastruktur führen. Ein zu niedriger Wert begrenzt die Ladeleistung unnötig. Stelle sicher, dass der Wert der tatsächlich verfügbaren Leistung der Hauptverteilung entspricht.
Wer kann das statische reev EMS aktivieren?
Die Aktivierung kann durch die Elektrofachkraft bei der Standorteinrichtung, durch den Betreiber (CPO) über die reev Platform oder über den reev Companion während der Inbetriebnahme erfolgen.





