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reev EMS – Technische Übersicht für das dynamische Lastmanagement

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Verfasst von Franjo Pranjić
Diese Woche aktualisiert

Dieser Artikel beschreibt die technischen Grundlagen des reev EMS (Energiemanagementsystem) für dynamisches Lastmanagement, PV-Überschussladen und netzverträgliche Steuerung von Ladeinfrastrukturen. Er richtet sich an Elektrofachkräfte und Betreiber, die das System integrieren, konfigurieren oder betreiben.


Kompatibilität von Zählern und Protokollen

Das reev EMS unterstützt ausschließlich Energiezähler, die über Modbus TCP/IP kommunizieren. Zähler, die ausschließlich über RS485/Modbus RTU arbeiten (z. B. Carlo Gavazzi EM210), sind nicht kompatibel.

Folgende Zähler sind derzeit kompatibel:

  • TQ EM420 (auch bekannt als ABL-/Kostal-Energiezähler)

  • Janitza UMG604/512 PRO

  • Wöhner 3700

  • GEWISS GWD6809

  • Siemens PAC 2200

Hinweis: Eine aktuelle Liste der kompatiblen Zähler findest du auf der reev Website.


Topologie und Integration

Das reev EMS liest Messdaten über Modbus TCP/IP aus. Dafür wird ein Teltonika-Router als IoT-Gateway eingesetzt. Das Gateway liest Phasenströme und aktive Leistungswerte direkt vom Energiezähler aus.

Die Ladestationen kommunizieren unabhängig davon über OCPP mit dem reev Backend. Eine Modbus-Verbindung zwischen Gateway und Ladestationen besteht nicht.

Wann ist ein IoT-Gateway erforderlich?

Ein IoT-Gateway ist immer erforderlich, wenn dynamisches Lastmanagement oder PV-Überschussladen genutzt werden soll. Das gilt auch dann, wenn die Ladestationen bereits über eine integrierte SIM-Karte mit reev verbunden sind. Das Gateway muss sich im selben Netzwerk wie der Energiezähler befinden. Eine Netzwerkzusammenführung mit den Ladestationen ist nicht notwendig.

Empfohlene Hardware

Folgende Teltonika-Modelle werden empfohlen:

  • Teltonika RUT241

  • Teltonika RUT240

  • Teltonika RUT300

  • Teltonika RUT956

Voraussetzung: Modbus-TCP- und RMS-Unterstützung.

Hinweis: Bei Verwendung einer reev SIM-Karte sind keine Portfreigaben nötig. RMS sollte mit den Standardeinstellungen aktiviert werden.


Import/Export und PV-Überschussladen

Das reev EMS erkennt automatisch Import und Export an der Netzanschlussstelle. Dafür werden die Vorzeichen der gemessenen Leistungswerte ausgewertet. PV-Überschuss wird automatisch erkannt und für das Laden verwendet. Das System greift dabei auf die phasengenauen Strom- und Leistungswerte des Energiezählers zu.

Schieflastüberwachung

Bei ungleichmäßigen Lasten zwischen den Phasen greift eine konfigurierbare Schieflastüberwachung.

  • Deutschland: Bis zu 20 A Differenz erlaubt (Standard)

  • Österreich und Schweiz: Bis zu 16 A Differenz erlaubt

Die Schieflastüberwachung kann auf Wunsch deaktiviert werden.

PV-Überschussladen

PV-Überschussladen ist global aktivierbar und reagiert sofort auf Änderungen der PV-Leistung. Folgende Punkte sind dabei zu beachten:

  • Es gibt aktuell keine Hysterese. Bei stark schwankender PV-Leistung kann es zu häufigeren Ladeunterbrechungen kommen.

  • Eine gruppenbasierte PV-Freigabe ist derzeit nicht möglich. Die Einstellung gilt immer global für die gesamte Infrastruktur.

Hinweis: Eine Hysterese-Funktion ist für 2026 geplant.


Konfiguration und Betrieb

Im reev EMS lassen sich Netzstrukturen flexibel definieren.

Netzstruktur und Stromlimits

Folgende Konfigurationen sind möglich:

  • Hauptverteilung mit definiertem Gesamtstromlimit

  • Unterverteilungen oder Ladegruppen unterhalb der Hauptverteilung

  • Stromlimits auf Gruppen- und Ladepunktebene

Priorisierung

Prioritäten können vergeben werden für:

  • Einzelne Ladepunkte

  • Nutzer

  • Nutzergruppen

Tipp: Die Priorisierung von Ladepunkten, Nutzern und Nutzergruppen kannst du direkt über das reev EMS Dashboard in der reev Platform konfigurieren.

Verhalten im Fehlerfall

Wenn der Energiezähler nicht mehr misst oder die Verbindung unterbrochen wird, greift automatisch das TxDefaultProfile der Ladestationen. Dieses Profil wird über das reev EMS gesendet und bestimmt das Verhalten im Fehlerfall:

  • Standard für AC-Ladepunkte: 6 A je Ladepunkt (Laden wird mit reduziertem Strom fortgesetzt)

  • Alternativ kann das Laden vollständig gestoppt werden

Der Standardwert kann auf Anfrage beim reev Support angepasst werden.

Hinweis: Halte die Firmware der Ladestationen stets auf dem neuesten Stand, um einen einwandfreien Betrieb des reev EMS sicherzustellen.


Inbetriebnahme

Die Inbetriebnahme des reev EMS erfolgt in mehreren Schritten.

Aufgaben der Elektrofachkraft

Folgende Schritte führt die Elektrofachkraft vor Ort durch:

  1. Energiezähler installieren.

  2. IoT-Gateway (Teltonika-Router) installieren.

  3. Netzwerkanbindung zwischen Gateway und Energiezähler herstellen.

  4. RMS auf dem Gateway aktivieren.

Aufgaben des reev Supports

Den finalen Schritt übernimmt der reev Support:

  1. Gateway konfigurieren.

  2. Dynamisches Lastmanagement aktivieren.

  3. Energiezähler im System einordnen.

  4. Optional: PV-Überschussfunktion freischalten.


Fehlerbehebung

Problem

Mögliche Ursache

Lösung

Energiezähler liefert keine Messdaten

Netzwerkverbindung zwischen Gateway und Zähler unterbrochen

Prüfe, ob Gateway und Zähler im selben Netzwerk sind und die Verbindung aktiv ist.

Ladestationen laden nur mit minimalem Strom

TxDefaultProfile aktiv (Fallback-Modus)

Prüfe die Verbindung des Energiezählers und die Erreichbarkeit des Gateways.

PV-Überschuss wird nicht erkannt

Vorzeichen der Leistungswerte nicht korrekt

Kontaktiere den reev Support zur Prüfung der Zählerkonfiguration.

Häufige Ladeunterbrechungen bei PV-Überschussladen

Stark schwankende PV-Leistung ohne Hysterese

Erwartetes Verhalten. Eine Hysterese-Funktion ist für 2026 geplant.

Hinweis: Bei weiteren Problemen kontaktiere den reev Support.


Häufig gestellte Fragen

Welche Energiezähler sind mit dem reev EMS kompatibel?

Das reev EMS unterstützt ausschließlich Energiezähler mit Modbus TCP/IP. Eine aktuelle Liste findest du auf der reev Website. Weitere Zähler können auf Anfrage integriert werden.

Brauche ich ein IoT-Gateway, wenn meine Ladestationen bereits eine SIM-Karte haben?

Ja. Das IoT-Gateway ist immer erforderlich, wenn dynamisches Lastmanagement oder PV-Überschussladen genutzt werden soll. Es liest die Messdaten des Energiezählers aus. Die SIM-Karte der Ladestation dient nur der OCPP-Kommunikation mit dem reev Backend.

Was passiert, wenn der Energiezähler ausfällt?

Im Fehlerfall greift automatisch das TxDefaultProfile. Für AC-Ladepunkte bedeutet das standardmäßig ein reduziertes Laden mit 6 A je Ladepunkt. Der Wert kann auf Anfrage angepasst werden.

Kann ich PV-Überschussladen nur für bestimmte Ladegruppen aktivieren?

Nein. PV-Überschussladen gilt aktuell global für die gesamte Infrastruktur. Eine gruppenbasierte Freigabe ist derzeit nicht möglich.

Unterstützt das reev EMS auch DC-Ladestationen?

Ja. Das reev EMS ist auch mit DC-Ladestationen kompatibel. DC-Ladestationen werden leistungsbasiert (in kW) statt strombasiert gesteuert.

Muss ich Portfreigaben einrichten, wenn ich eine reev SIM-Karte verwende?

Nein. Bei Verwendung einer reev SIM-Karte sind keine Portfreigaben nötig.

Wer konfiguriert das reev EMS?

Die Hardware-Installation übernimmt die Elektrofachkraft. Die abschließende Konfiguration im System (Gateway, Lastmanagement, Zählereinordnung) übernimmt der reev Support.

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